Ein Grundofen ist ein massiv gemauerter Speicherofen aus Schamottesteinen, der Wärme über viele Stunden hinweg als Strahlungswärme abgibt.
Anders als herkömmliche Kaminöfen wird er nur ein- bis zweimal täglich mit Holz befeuert und speichert die Energie der Verbrennung in keramischen Heizzügen für 12-24 Stunden.

Aufbau und Funktionsweise

Ein Grundofen besteht aus einem Feuerraum aus Schamottesteinen, in dem das Holz direkt auf dem Grund – ohne Rost oder Aschekasten – verbrennt. Die bis zu 1.000 °C heißen Rauchgase werden durch ein ausgeklügeltes Kanalsystem aus keramischen Zügen geleitet, die die Wärme aufnehmen und speichern. Die Außenverkleidung kann mit Kacheln, Putz oder Natursteinen gestaltet werden.

Merkmale der Wärmespeicherung

  • Lange Speicherdauer: Die massive Bauweise ermöglicht eine Wärmespeicherung von 12-24 Stunden​
  • Hoher Wirkungsgrad: Moderne Grundöfen erreichen Wirkungsgrade von 85-90%​
  • Strahlungswärme: Die abgegebene Wärme hat dieselbe natürliche Wellenlänge wie Sonnenstrahlen​
  • Niedriger Holzverbrauch: 2,5-6 m³ Brennholz pro Winter bei nur 1-2 Abbränden täglich

Unterschied zu Warmluftkachelöfen

Während ein Grundofen die Wärme über viele Stunden gleichmäßig speichert und als Strahlungswärme abgibt, verteilt ein Warmluftkachelofen die Wärme schnell über Konvektion. Grundöfen benötigen keine Speicherung und geben ihre Energie nur über die Heizzüge ab, Warmluftkachelöfen reagieren schneller, speichern aber deutlich weniger.

Vergleich:

Grundofen Warmluftkachelofen
Strahlungswärme – wie Sonne Warmluft – schnell, aber kurz
Speichert Wärme bis zu 24 Stunden Keine relevante Wärmespeicherung
Weniger Holz, hoher Wirkungsgrad Häufiges Nachlegen nötig
Gleichmäßige, angenehme Wärme Luftbewegung, Staubaufwirbelung
1–2 Abbrände pro Tag Mehrmals tägliches Nachlegen
Stromloser Betrieb Teilweise Strom notwendig
Absolut leise Luft- und Strömungsgeräusche
Handwerkliches Unikat Serienprodukt

Rechtliche Grundlagen und Normen

Handwerklich gesetzte Grundöfen mit gemauerten Zügen sind von den strengen Regelungen der Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) ausdrücklich ausgenommen. Im Gegensatz zu industriell gefertigten Kaminöfen müssen sie keine Emissionsgrenzwerte nachweisen und dürfen unbegrenzt weiterbetrieben werden.

Relevante Normen

  • DIN EN 13240: Kaminöfen für feste Brennstoffe​
  • DIN 18893: Raumheizvermögen von Einzelfeuerstätten
  • DIN EN 13299: Heizeinsätze im Grundofenbetriebsprinzip
  • Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) § 12: Unternehmerbescheinigung für den Ofenbau erforderlich

Voraussetzungen für die Installation

Bauliche Anforderungen

  • Statik: Ein Grundofen wiegt oft über 1 Tonne – die Statik muss geprüft werden
  • ​Schornstein: Durchmesser mindestens 18 cm erforderlich
  • Frischluftzufuhr: Raumluftabhängiger oder -unabhängiger Betrieb muss geklärt werden
  • ​Brandschutz: Funkenschutzabstände und Brandschutzflächen müssen definiert werden

Technische Vorbereitungen

Vor der Installation sind eine Wärmebedarfsrechnung und Rauchgasberechnung durchzuführen. Das Fundament muss ausreichend tragfähig sein oder neu erstellt werden.

Für wen eignet sich ein Grundofen?

Ideale Nutzergruppen

  • Hausbesitzer, die nachhaltig und kostengünstig heizen möchten
  • Familien mit Kindern (sichere, gleichmäßige Wärme)
  • Allergiker und Asthmatiker (staubfreie Strahlungswärme)
  • Menschen, die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen anstreben

Wann lohnt sich ein Grundofen nicht?

Ein Grundofen ist ungeeignet, wenn Sie spontane, schnelle Wärme benötigen, da das Aufheizen mehrere Stunden dauert. Für Räume, die nur gelegentlich genutzt werden, ist die hohe Speichermasse überdimensioniert. Auch bei sehr kleinen Wohnflächen oder fehlender Statik (Altbau ohne Kellerfundament) kann die Installation problematisch sein. Wer nicht bereit ist, täglich Holz anzufeuern, sollte auf andere Heizsysteme zurückgreifen .

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Die Anschaffung eines Grundofens ist eine Investition, die sich durch massive Einsparungen bei den Heizkosten meist nach 8-12 Jahren amortisiert . Hinzu kommen mögliche staatliche Förderungen für nachhaltige Heizsysteme . Die Betriebskosten sind mit 2,5-6 m³ Brennholz pro Winter sehr gering.

Wartung und Pflege

Durch die saubere Verbrennung bei hohen Abbrandtemperaturen von ca. 1.080 Grad entsteht kaum Asche. Ein Entaschen ist nur 2-3 Mal im Jahr erforderlich. Die vollkeramische Bauweise aus hochwertigen Schamotten sorgt für hohe Dauerhaftigkeit und minimalen Wartungsaufwand.